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FAQ Shakespeare-Denkmal

FAQ Shakespeare-Denkmal

Hier finden Sie Informationen zum Shakespeare-Denkmal, das 1904 von Otto Lessing geschaffen wurde. Es befindet sich in Weimar im Park an der Ilm.

Wer hat das Denkmal in Auftrag gegeben?

Das Weimarer Shakespeare-Denkmal wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft in Auftrag gegeben und ist bis heute das einzige Shakespeare-Denkmal auf dem europäischen Festland. Die feierliche Einweihung des Denkmals erfolgte am 23. April 1904 zum 40. Jubiläum der Shakespeare-Gesellschaft – und damit zum 340. Geburtstag Shakespeares. Mittlerweile befindet es sich im Besitz der Klassik Stiftung Weimar, die es in den 1990er Jahren unter Beteiligung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz restaurierte. Seit 1999 steht das Shakespeare-Denkmal wieder im Ilmpark.

Was sind die künstlerischen Besonderheiten des Denkmals?

Die vom Berliner Bildhauer Otto Lessing aus Carrara-Marmor gefertigte Statue misst über zwei Meter und steht auf einem 1,40 Meter hohen Sockel vor einer künstlichen Ruine. Shakespeare sitzt in historisierender Kleidung locker auf einem Sockel und stützt seine rechte Hand in die Hüfte. In der Rechten hält er eine Schriftrolle, in der Linken einen Rosenzweig. Zu seinen Füßen liegt ein Lorbeerkranz, ein Dolch, und ein Totenschädel, der eine Narrenkappe trägt. Diese Attribute schaffen eine Spannung zwischen Ruhm und Vergänglichkeit, Humor und Melancholie. Diese emotionale Spannung spiegelt sich auch in Shakespeares Gesicht wieder: je nach Betrachterstandpunkt wirkt sein Gesichtsausdruck entweder ernst oder verschmitzt lächelnd.

Was hat es mit den Morgenspaziergängen während der Weimarer Tagungen auf sich?

Unter den Mitgliedern der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft besteht eine langjährige Tradition, der während der Tagungen in Weimar nachgegangen wird: die Shakespeare-Freunde treffen sich vor Programmbeginn zu einem heiteren morgendlichen Spaziergang zum Shakespeare-Denkmal im Ilmpark. Dort wird eine Rede gehalten, es spielt Musik, und die DSG-Mitglieder platzieren Rosen am Denkmal – wobei sie versuchen, sich in der Kreativität der Anbringungsorte gegenseitig zu übertreffen.

“’Der Stein Sich Leise Hebt’: Das Shakespeare-Denkmal in Weimar” von Balz Engler (2003)

In seinem Beitrag im Shakespeare-Jahrbuch (2003) diskutiert Balz Engler die Geschichte der Statue als symptomatisch für die wechselhafte Shakespeare-Rezeption in Deutschland. Als die Shakespeare-Gesellschaft Anfang des 20. Jahrhunderts mit dem Projekt begann, sollte das Denkmal Shakespeare als den dritten klassischen Autor neben Goethe und Schiller darstellen. Otto Lessing konzipierte Shakespeare allerdings als romantischen Autor und bestand auf den Standort des Denkmals im Park. Dort war es in den kommenden Jahrzehnten der Witterung und Vandalismus ausgesetzt. Während der DDR-Zeit wurde es aus ideologischen Gründen näher am Weimarer Marktplatz aufgestellt. 1964 kehrte die Statue schließlich an ihren ursprünglichen Ort im Park an der Ilm zurück und ist dort nun Teil eines Ensembles weiterer Denkmäler von Pushkin, Mickiewicz und Petöfi. Balz Englers Beitrag können Sie in einer überarbeiteten Version hier lesen.

Quellen

Deutsche Stiftung Denkmalschutz: Shakespeare-Denkmal

Literaturland Thüringen: William-Shakespeare-Denkmal in Weimar

Balz Engler: „Der Stein Sich Leise Hebt“, ergänzte Version

Einweihung des Shakespeare-Denkmals 1904
Totenschädel mit Narrenkappe und Lorbeerkranz
Statue mit heiterem Gesichtsausdruck
Statue mit ernstem Gesichtsausdruck
Beim traditionellen Morgenspaziergang werden Rosen niedergelegt.