Schulpreis 2026
Der Schulpreis 2026 wurde an das Theresien-Gymnasium München verliehen für das Projekt „Ohne Eselskopf, aber fünf Akte weiter: Shakespeares Ein Sommernachtstraum auf die Bühne gebracht und weitergedacht (Jahrgangsstufen 7 bis 11)“.
Wie schade eigentlich, dass William Shakespeare keine Fortsetzung seines Sommernachtstraums erdacht hat! Am Theresien-Gymnasium München spielten im Oktober 2025 zwanzig Jugendliche im Alter von 13 bis 16 Jahren William Shakespeares Ein Sommernachtstraum – und sie wollen einfach nicht aufhören!
Gemeinsam mit ihrer Lehrkraft Dr. Susanne Fejér erarbeiteten sie sich Shakespeares Komödie für eine sowohl altersgemischte Wahlkurs-Theatergruppe, als auch für ein Publikum, das von der kleinen Schwester über den großen Bruder bis zur Großmutter reichte. Hierfür entwickelten sie gemeinsam eine sprachlich angepasste Fassung, die Shakespeares bildhafte Sprache und seinen Sprachwitz möglichst erhielt, aber Verständnishürden abbaute.
Aus dieser Theaterarbeit erwächst nun, im anschließenden Schuljahr, nahezu organisch ein Folgeprojekt: eine von Lernenden geschriebene Fortsetzung – zwar ohne Eselskopf, aber fünf Akte weitergedacht. Es ist der Versuch, Shakespeares literarisches Verfahren genau beobachtend fortzuführen und mit eigenen Themen aus der heutigen Erfahrungswelt zu erweitern: Was geschieht mit den (jugendlichen) Liebenden und den Handwerkern, wenn Misstrauen gesät wird und nicht magischer Einfluss zu Verwechslungen und Zwietracht führt, sondern die Dynamik der (digitalen) Kommunikation untereinander? Hier entsteht ein neuer Text, der im Jahr 2027 als Bühnenstück aufgeführt oder als Hörspiel realisiert werden soll.
Mit diesen beiden Projektphasen bewirbt sich das Theresien-Gymnasium um den Schulpreis der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft, weil die Arbeit der Theatergruppe vom Verstehen und Spielen poetischer Sprache bis zur kreativen Aneignung und Aktualisierung reicht. Die Einreichung dokumentiert Konzeption, Ablauf und Ergebnisse sowie die zentrale Rolle der Lernenden in Textentwicklung, Probenarbeit, Inszenierung und Präsentation. Ein Materialanhang illustriert die beiden Phasen des Projektes mit Bild- und Textmaterial (Fotografien der Aufführungsabende, Vergleich der Textfassungen, von Lernenden geschriebene Erweiterungen).
Eine gekürzte Version der Einreichung können Sie hier herunterladen.
Ausschreibung Projektförderung und Schulpreis der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft
Die Deutsche Shakespeare-Gesellschaft fördert und würdigt herausragende Projekte, Initiativen und Unterrichtsformate, die Shakespeares Werk, Person und Zeit auf innovative Weise vermitteln. Die Ausschreibung soll Lernende und Lehrkräfte motivieren, kreative und zeitgemäße Wege zu erkunden, sich mit Shakespeares Texten, Themen und Figuren auseinanderzusetzen.
Bewerben können sich Schüler:innen-Teams, Lehrkräfte mit ihren Klassen, Fachschaften oder Projektgruppen (z.B. Literatur- oder Theater-AGs, interdisziplinäre Teams) aus allen Schularten und Jahrgangsstufen. Jedes Jahr werden bis zu drei Projekte mit jeweils 500 Euro unterstützt.
Nähere Informationen finden Sie in diesem Dokument. Projekte können zu zwei Zeitpunkten im Jahr eingereicht werden: zum 15. Oktober und zum 15. März.
Das Theaterprojekt „Ein Sommernachtstraum“ des Theresien-Gymnasiums München wurde im April 2026 mit dem ersten Shakespeare-Schulpreis gewürdigt.
Das Forum Shakespeare & Schule
findet im Rahmen der Shakespeare-Tagungen statt und greift deren jeweiliges Schwerpunktthema auf. Es bietet Raum, um Fragen nach einer zeitgemäßen Auseinandersetzung mit Shakespeare im Kontext des Fremdsprachenunterrichts nachzugehen.
Das Forum
- nimmt Impulse aus der literatur- und kulturdidaktischen Forschung auf – ebenso aus der schulischen Praxis des Englischunterrichts sowie aus Dramaturgie und Theaterpädagogik
- richtet sich als offenes Angebot an eine breite Zielgruppe: angesprochen sind Lehrkräfte und Lehramtsstudierende, Forschende im Bereich Shakespeare und Shakespeare-Didaktik, Theaterschaffende sowie fachwissenschaftlich interessierte Teilnehmende der Shakespeare-Tagungen
- reagiert auf curriculare Entwicklungen sowie kulturelle und gesellschaftspolitische Diskurse (z.B. zu Shakespeare und Wahrheit/Fake News, Geschlechterrollen, Popkultur)
- versteht sich als partizipatives und dialogisches Format: Teilnehmende sind ausdrücklich eingeladen, sich mitdenkend, kreativ und kritisch einzubringen
- kann als Lehrkräftefortbildung anerkannt werden
Bei Fragen oder Interesse an einer Kooperation wenden Sie sich gerne an Dr. Max von Blanckenburg (max.vonblanckenburg@ur.de).