Ausschreibung Projektförderung und Schulpreis der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft
Die Deutsche Shakespeare-Gesellschaft fördert und würdigt herausragende Projekte, Initiativen und Unterrichtsformate, die Shakespeares Werk, Person und Zeit auf innovative Weise vermitteln. Die Ausschreibung soll Lernende und Lehrkräfte motivieren, kreative und zeitgemäße Wege zu erkunden, sich mit Shakespeares Texten, Themen und Figuren auseinanderzusetzen.
Bewerben können sich Schüler:innen-Teams, Lehrkräfte mit ihren Klassen, Fachschaften oder Projektgruppen (z.B. Literatur- oder Theater-AGs, interdisziplinäre Teams) aus allen Schularten und Jahrgangsstufen. Jedes Jahr werden bis zu drei Projekte mit jeweils 500 Euro unterstützt.
Nähere Informationen finden Sie hier.
Call for Papers (bis 31. Mai 2026)
Shakespeare Jahrbuch 163 (2027)
“Shakespeare und Wahrheit: Praktiken und Performanzen”
Die in den letzten Jahren in den politischen, kulturellen und philosophischen Diskursen geführten Wahrheitsdebatten nahmen in erster Linie subjektiv-relativierende Vorstellungen und Konzepte sowie den umkämpften Status von Wahrheit in den Blick. Begriffe wie „fake news“, „post-faktisch“, „post-truth“ und „alternative Fakten“ legen hiervon Zeugnis ab. Während diese Ansätze in der Shakespeareforschung sicherlich produktiv in Anschlag gebracht werden können, legt Band 163 des Shakespeare Jahrbuchs (2027) „Shakespeare und Wahrheit: Praktiken und Performanzen“ den Fokus auf die historischen Dimensionen von Wahrheit und darauf, wie Shakespeares Werke einerseits an Praktiken, Semantiken und Poetiken mitwirken, die an der Produktion, Durchsetzung und Aushandlung von Wahrheitsansprüchen (Truth Claims) beteiligt sind, andererseits aber auch – gleichsam auf einer Metaebene – über diese Aushandlungsprozesse reflektieren. Die Redaktion heisst daher Beiträge willkommen, die sich Praktiken, Performanzen und Poetiken von Wahrheit in Shakespeares Werken aus unterschiedlichen Perspektiven nähern.
Mögliche Themen können sein (sind aber nicht begrenzt auf):
- historische Diskurse und Praktiken der Wissens- und Wahrheitsproduktion (Philosophie, Theologie, Recht, Geschichtsschreibung, Astronomie, new science)
- Wahrheit und Lüge in politischen und historiographischen Diskursen (Machiavelli, Bacon, Tacitus, Polydore Vergil, Thomas Morus)
- Literatur und Wahrheit: frühneuzeitliche Poetiken und poetische Wahrheit (Sidney)
- Wahrheit und Religion: religiöse Konversion und „equivocation“ im post-reformatorischen England; Bibel als Quelle von Wahrheit; Rolle von Bibelübersetzungen; religiöse Prophezeiungen
- Wahrheit und die materielle Welt: Objekte und ihre Funktionen in der Dramenwelt (als Beweisstücke, Ablenkung von Wahrheit, affektive Mobilisierung) sowie im Theater (Erzeugung von Authentizität, Lenkung von Aufmerksamkeit, Urteilen)
- praxeologische Perspektiven: Involviertheit von Praktiken, Akteuren, Objekten, Arrangements von Praktiken und Materialien sowie Artefakten in der Produktion, Durchsetzung und Hinterfragung von Truth Claims; Teilhabe von Objekten und deren Ermöglichung einer Herstellung oder Unterminierung von Wahrheitsbehauptungen (Ring, Kette, Geld, Taschentuch, Kopfbekleidung, Armreif usw.)
- Semantiken von Wahrheit: konkurrierende Bedeutungen von „true“ und „truth“ („legitimate, loyal, reliable, practical, constant, good, useful, probable, correct, exact, genuine;” siehe z.B. “true prince”, “true friend”, “true lovers”, “true servant”, “true numbers”, “true qualities”)
- Wahrheit und uneigentliches Sprechen; Verwendung von Tropen (Metaphern, Vergleiche, Wortspiele, Ironie etc.) z.B. durch Narrenfiguren; in Rätseln, Prophezeiungen, Träumen, Visionen
- Recht, Urteil und Gerechtigkeit auf der Bühne; Evidenz- und Wissensproduktion; Evidentmachung
- Shakespeares Theater als Ort der Wahrheits- und Wissensproduktion; als Experiment, Labor (Bacon), anatomisches Theater
- Gattungsspezifische Perspektiven: wie Gattungskonventionen theatrale (Re-) Präsentationen von Truth Claims beeinflussen
- historische Aufführungskontexte: wie Aufführungsbedingungen (Theaterformen, Bühnen, Dramaturgie, Zuschauerverhalten, Theatergruppen, Schauspieler, Schauspielstile usw.) die theatrale Auseinandersetzung mit Wahrheitsansprüchen beeinträchtigen
Bitte senden Sie eine elektronische Version (als Word-Datei) des Artikels an die Herausgeberin des Shakespeare Jahrbuchs, Prof. Dr. Isabel Karremann (email: karremann@es.uzh.ch) und den Gastherausgeber des Bandes, Prof. Dr. Roland Weidle (email: roland.weidle@rub.de). Einsendeschluss für sämtliche Beiträge auf Englisch oder Deutsch, ca. 6.000 Wörter, sowie einem Abstract im Umfang von 200 Wörtern ist der 31. Mai 2026. Bitte beachten Sie das Style Sheet, das hier heruntergeladen werden kann. Die Auswahl der Artikel erfolgt auf der Grundlage eines Double-Blind Peer-Review-Systems.
Martin-Lehnert-Preis
Mit dem Martin-Lehnert-Preis, gestiftet vom ehemaligen Präsidenten der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft, sollen Studierende bzw. junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausgezeichnet werden, die sich in herausragender Weise mit Werk und Wirkung William Shakespeares, seiner Zeitgenossen oder mit der Kultur der Shakespeare-Zeit, ihrer Rezeption und/oder Vermittlung beschäftigt haben.
Der Preis wird jährlich verliehen für eine herausragende Abschlussarbeit (Magister, Master, Staatsexamen), eine Dissertation oder ein dokumentiertes studentisches Projekt (Theaterinszenierung, Ausstellung, etc.). Das Preisgeld beträgt für eine Dissertation 2.000 €, für eine Abschlussarbeit 500 € sowie für ein studentisches Projekt 500 €. Der Preis wendet sich insbesondere an die Fachbereiche Anglistik, Germanistik und Theaterwissenschaften.
Nominiert werden können deutsch- oder englischsprachige Arbeiten, die an Hochschulen in Deutschland, Österreich oder der Schweiz verfasst bzw. eingereicht wurden. Arbeiten, die an Hochschulen im nichtdeutschsprachigen Ausland von jungen Wissenschaftler(innen) aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz erstellt worden sind, können in der Regel ebenfalls vorgeschlagen werden. Vorschlagsberechtigt sind die wissenschaftlichen Betreuer(innen) der jeweiligen Arbeit.
Die Verleihung des Martin-Lehnert-Preises findet jeweils im Rahmen der Frühjahrstagung der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft im April statt.
Vorgeschlagene Arbeiten (aus dem laufenden Jahr oder den beiden Vorjahren) können bis zum 15. Dezember an die Deutsche Shakespeare-Gesellschaft eingereicht werden.
Deutsche Shakespeare-Gesellschaft e.V., Windischenstraße 4-6, 99423 Weimar,
office@shakespeare-gesellschaft.de
Stipendienangebot der Deutschen Shakespeare-Stiftung in Kooperation mit der Klassik Stiftung Weimar
Bewerbungsfrist endet am 31. Januar
Die Stipendien richten sich an Doktorandinnen und Doktoranden mit einem exzellenten Hochschulabschluss, die einen konzeptionellen Zusammenhang des in Weimar zu realisierenden Forschungsprojektes mit ihrer Dissertation nachweisen können. Themenschwerpunkt der neu eingerichteten Graduiertenstipenden ist die Frühe Neuzeit im weiteren Sinne, einschließlich des Barock sowie die Prozesse ihrer Rezeption und Transformation bis in die Gegenwart. Willkommen sind gerade auch interdisziplinäre und komparative Vorhaben zum Theater, zu Shakespeare und seinen Zeitgenossen sowie zur Tradierung und Aufnahme der Frühen Neuzeit in Deutschland und vor allem in der Weimarer Klassik. Gefördert werden anspruchsvolle Vorhaben, für deren Realisierung die Sammlungsbestände der Klassik Stiftung wesentlich sind.
Julia Jennifer Beine ist die erste Shakespeare-Stipendiatin, April-Juni 2024.