Frühjahrstagung 26.-28.04.2019 in Weimar: "Shakespeare und Übersetzung"

Die Tagung zum Thema "Shakespeare and Translation" geht von einer doppelten Fragestellung aus. Sie betrachtet zum einen historisch die Übersetzungstheorien und Praktiken der Zeit Shakespeares, die wie kaum eine andere Epoche durch ihre Übersetzungstätigkeit geprägt ist. Gerade die englische Literatur nimmt in der Zeit der Renaissance unter den Kulturräumen Europas eine besondere Position ein. Ist die Bedeutung des Englischen aus einer gesamteuropäischen Perspektive und im Vergleich zu anderen europäischen Sprachen nur marginal, so führt gerade dieser Umstand dazu, dass England Texte aus dem Ausland mittels Übersetzungen importiert und damit eine entscheidende Rolle auf dem europäischen ‚Markt der Ideen‘ (vgl. Gabiela Schmidts Einleitung zu Elizabethan Translation and Literary Culture, 2013) einnimmt. Der Einfluss, den diese Übersetzungen ausüben, reicht von einer Veränderung des Wortschatzes bis hin zur Etablierung neuer Gattungs- und Stilformen. Motivisch und ideengeschichtlich prägen darüber hinaus nicht nur die Wiederentdeckung und Etablierung antiker Schriften, sondern ebenso die Bibelübersetzungen Martin Luthers und William Tyndales das kulturelle Selbstverständnis des 16. und 17. Jahrhunderts. Diese Übersetzungen schufen überhaupt erst die Voraussetzungen für die politischen und konfessionellen Umwälzungen der Frühen Neuzeit.

Das komplexe Zusammenspiel von Übersetzung, Literatur, Ästhetik, Politik und Wissen kulminiert in den Werken Shakespeares und lässt sich auf Grund ihrer textimmanenten Dynamiken, intertextuellen Bezüge und langen Rezeptionstradition wie an kaum einem anderen Werk nachvollziehen. Die Untersuchung und Diskussion seiner dramatischen und lyrischen Texte eröffnet somit eine transnationale Perspektive auf die europäische Literatur, in der Stoffe, Motive und Ideen die Sprach- und Ländergrenzen überschreiten.

Weiterhin fragt die Tagung nach gegenwärtigen Formen und Funktionen von Übersetzungen, die in einem weiten Sinne auch als Adaptionen, Interpretationen und Inszenierungen verstanden werden. Auch hier bietet das Werk Shakespeares wie kaum ein anderes eine enorme Formenvielfalt, zeitliche Kontinuität und gleichzeitige Innovationskraft. Gerade mittels neuer medialer Adaptions- und Inszenierungspraktiken des 20. und 21. Jahrhunderts werden Shakespeares Werke immer wieder neu übersetzt, gedacht und transformiert. Die Vorträge und Diskussionen der Tagung betrachten im Gespräch mit Übersetzern den Umgang mit Shakespeares Texten unter dem Vorzeichen einer globalisierten Welt und einem Wiedererstarken von nationalen Partikularinteressen. Dabei steht die Frage im Zentrum, mit welchen sprachlich-rhetorischen Verfahren Übersetzungen arbeiten und welche Ziele mit ihnen verfolgt werden können oder sollen.

Hier können Sie den Flyer mit Einladung, Programm und Anmeldung  sowie den Einladungsbrief der Präsidentin herunterladen. 

Sie können sich auch online anmelden. 

Nähere Informationen zu Hotels finden Sie über den folgenden Link, den Sie bis 14. März zur Hotelbuchung nutzen können:

https://buchen.thueringen-tourismus.de/wmrsht19/ukv/?doSearch=1&ukv_result_order=1&date_from=26.04.2019&date_to=28.04.2019&number_adult[]=1&reset=1  

Ab dem 15.3. wenden Sie sich zur Buchung bitte an die Zimmervermittlung der Tourist-Information Weimar:

Tel.: 03643/7450 oder E-Mail: tourist-info(at)weimar.de