Shakespeare-Tage in Bochum 2005

David Lindley

David Lindley

Biography

David Lindley studied at Pembroke College, Oxford, and held lectureships at Lincoln College, Oxford and Stirling University, before moving to the School of English at the University of Leeds in 1978 where he is now Professor of Renaissance Literature. His interests include: the study of relationships between literature and music, represented in a book on Thomas Campion (Leiden, 1986) and a book on Shakespeare and Music, forthcoming in a few weeks’ time from Arden; the court masque – with an edited collection of essays, The Court Masque (Manchester, 1984), an edition of masque texts, Court Masques (Oxford, 1995), and a number of articles. He is currently completing an edition of 11 of Jonson’s masques for the new Cambridge Ben Jonson (forthcoming, 2006). He has written an account of one of the great scandals of the Jacobean age in his The Trials of Frances Howard (London, 1993). His most recent contributions to Shakespeare studies are the New Cambridge Shakespeare edition of The Tempest (2002), and Shakespeare at Stratford: the Tempest (London, 2003).

Summary "Politics vs. Romance: The Tempest and its afterlife"

The Tempest is, as Auden noted, a mythopoeic work, one which not only exhibits in itself something of the abstraction and concentration of mythic narrative, but also inspires ‘people to go on for themselves . . . to make up episodes that the author, as it were, forgot to tell us’. Myth invites, even demands, allegorisation, and, as is widely recognised, the history of The Tempest’s critical reception has seen a shift from a focus on the romance of redemptive forgiveness to a (now dominant) politicised reading of the play as an allegory of colonial power. The paper examines the ways in which a few of the many re-writings of the play – including Dryden and Davenant’s Enchanted Island, Auden’s The Sea and the Mirror, Césaire’s A Tempest and Warner’s Indigo – have negotiated the problematic relationships between romance and politics that lie at the heart of Shakespeare’s play.

Ansgar Nünning

Biographie

Professor für Englische und Amerikanische Literatur- und Kulturwissenschaft an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Gründungsdirektor des „Gießener Graduiertenzentrums Kulturwissenschaften“ (GGK), Sprecher des Graduiertenkollegs „Klassizismus und Romantik im europäischen Kontext“, Projektkoordinator des internationalen Promotionsstudiengangs „Literatur- und Kulturwissenschaft“ und Teilprojektleiter im SFB „Erinnerungskulturen“. Zahlreiche Veröffentlichungen im Bereich der anglistischen Literatur- und Kulturwissenschaft sowie der Literaturtheorie, u.a.: Von historischer Fiktion zu historiographischer Metafiktion (Trier 1995); Metzler Lexikon Literatur- und Kulturtheorie (Stuttgart 1998, 22001, 32004); Konzepte der Kulturwissenschaften (Stuttgart 2003), Erzähltextanalyse und Gender Studies (Stuttgart 2004) .

Zusammenfassung Vortrag Ansgar Nünning/Roy Sommer "'‘I could a tale unfold': Formen und Funktionen des Erzählens in Shakespeares Dramen"

Die Frage nach den Formen und Funktionen des Erzählens in Shakespeares Dramen hat die Mitglieder der Shakespeare-Gesellschaft seit deren Gründung immer wieder beschäftigt. Bislang ist aber nicht versucht worden, vor dem Hintergrund der im 20. Jahrhundert entwickelten strukturalistischen, funktionalen und kognitiven Erzähltheorien eine systematische narratologische Analyse des Werks des ‚Barden’ vorzunehmen. Die Grundzüge eines solchen erzähltheoretisch orientierten Ansatzes skizziert der Vortrag von Ansgar Nünning und Roy Sommer (Justus-Liebig-Universität Gießen). Anhand ausgewählter Beispiele (u.a. The Comedy of Errors, Hamlet, As You Like It,The Life of Henry the Fifth und The Winter’s Tale) wird die Bandbreite narrativer Verfahren und ihrer Funktionen bei Shakespeare aufgezeigt. Der Vortrag liefert damit zum einen Bausteine zu einer Narratologie des Dramas, deren theoretische Ausarbeitung und historische Perspektivierung eines der zentralen Desiderate der transgenerischen Erzählforschung darstellt. Zum anderen zeigt er exemplarisch, dass eine Übertragung erzähltheoretischer Analysekategorien in die Dramenanalyse sehr produktiv für eine Neubewertung Shakespeares als dramatischem Erzähler sein kann.

Manfred Pfister

Manfred Pfister

Biographie

Manfred Pfister unterrichtet Englische Literatur an der Freien Universität Berlin. Seine hauptsächlichen Forschungsgebiete sind die Renaissance, das Fin de siècle und die Moderne und, was Gattungen betrifft, das Theater, die Lyrik und der Reisebericht. Er ist Mitherausgeber des Shakespeare Jahrbuchs , der Poetica und der Internationalen Forschungen zur Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft und Autor von Das Drama. Theorie und Analyse (UTB 1982; Engl.: Cambridge University Press,1988; Chinesisch: Beijing University of the Performing Arts Press, 2004). Zu seinen neueren Buchveröffentlichungen gehören 'The Fatal Gift of Beauty' : The Italies of British Travellers (1996), Venetian Views, Venetian Blinds: English Fantasies of Venice (1999), Laurence Sterne (2001), A History of English Laughter (2002) und Ausgaben von Bruce Chatwin’s In Patagonia (2003) und Samuel Butlers Notebooks (2005). Er übersetzt gerne Lyrik und hat die vierbändige zweisprachige Anthologie Englische und amerikanische Dichtung mitherausgegeben (2000).

Zusammenfassung "What’ s Hecuba to Him? – Shakespeare als Nacherzähler antiker Mythen"

Hamlet fragt sich, was dem Schauspieler Hecuba bedeuten kann. Der Vortrag fragt danach, was den Lesern und Zuschauern von Shakespeares Dramen Hecuba - stellvertretend für antike Mythen überhaupt - noch bedeuten kann. Dazu wird es notwendig sein, die Varianten der Hecuba-Repräsentation in der Antike und deren Rezeption in der Renaissance zu diskutieren, um dann der merkwürdigen Präsenz und Absenz Hecubas in Shakespeares Werken nachzugehen.