Shakespeare Jahrbuch 2015

Umschlagmotiv

Shakespeare Feiern

Die Shakespeare-Gesellschaft hat gefeiert – den 450. Geburtstag von Shakespeare und ihren eigenen 150. Geburtstag! Grund genug für ein Jahrbuch, das dem Feiern gewidmet ist und ganz unterschiedliche Shakespeare-Feiern und -Festivals – von Stratford-upon-Avon bis Sydney und vom 18. Jahrhundert bis in die unmittelbare Gegenwart – kritisch Revue passieren lässt. Nach der Eröffnungsrede von Tobias Döring zum Festakt anlässlich des Geburtstags der Gesellschaft wird der Band eingeleitet durch den Beitrag von Peter Holland. Er zeichnet die Begründung der Shakespeare-Verehrung durch David Garrick und dessen ‘Shakespeare Jubilee’ nach, um dann dessen fast religiöser Shakespeare-Verehrung die Anfänge der modernen Auseinandersetzung mit der Aufführungsdimension von Shakespeares Dramen gegenüberzustellen. Diana Henderson nimmt das Jubiläum zum Anlass, um am Beispiel von Shakespeares Historiendramen die komplexen Funktionen kultureller Erinnerung zu beleuchten, was sie vom New Yorker 9/11 Memorial über die Neuinterpretation des Guy-Fawkes-Day in der zeitgenössischen Populärkultur bis hin zu Shakespeare-Jubiläen führt. Die nachfolgenden Aufsätze von Ton Hoenselaars, Philip Mead, Florence March und Stephen Purcell sind Shakespeare-Feiern des 20. Jahrhunderts gewidmet: den Dreihundertjahrfeierlichkeiten während des 1. Weltkriegs – in einem deutschen Internierungslager und in Australien, der Rolle von Shakespeare für südfranzösische Theaterfestivals seit 1947, schließlich dem Globe-to-Globe Festival in London im Jahr 2012. Anders als solche Festlichkeiten muten die Feiern in Shakespeares Stücken häufig ‘ominös’ an, wie Ina Habermann feststellt. Der Art und Weise, wie Künstler des 20. Jahrhunderts Shakespeare feiern bzw. sich von ihm haben inspirieren lassen, gehen die Aufsätze von Claudia Olk zu Shakespeare und Beckett und von Heinrich Detering zu Bob Dylans Shakespeare nach. Das Jahrbuch wird beschlossen durch einen Rückblick auf seine eigene 150jährige Geschichte, den Andreas Mahler vorlegt.

Sabine Schülting