Call for Papers: Shakespeare Jahrbuch 2014

Das Shakespeare Jahrbuch 2014 ist dem Rahmenthema “Geld und Macht” gewidmet.

“Shakespeare schildert das Wesen des Geldes trefflich”, meinte Karl Marx. Und tatsächlich spielt das Geld eine zentrale Rolle in Shakespeares Werk: Geldverkehr und Warentausch, Pfand und Kredit, Geiz und Verschwendung, Besitz und Schuld sind gleichermaßen Themen wie Bildspender seiner Dramen und Gedichte. Die Sprache der Liebe ist durchdrungen von der des Geldes, und in den Stücken zirkulieren Geldbörsen und Münzen, bestimmen Händler und Geldverleiher den Verlauf des Geschehens, entscheiden Kapital und ökonomische Transaktionen über Sein oder Nichtsein. Der Schäfer Corin in As You Like It weiß: “he that wants money, means and content is without three good friends”, und doch ist Reichtum bei Shakespeare nicht immer ein Segen. Damit reagieren Shakespeares Werke auf die wirtschaftlichen Umbrüche in der Frühen Neuzeit und verhandeln ihre moralischen, religiösen und politischen Implikationen. Gleichzeitig sind sie selbst in ökonomische Beziehungen und die ihnen zugrunde liegenden Machtverhältnisse eingebunden: in Patronageverhältnisse, vor allem aber auch in die Unternehmensstrukturen der Londoner Theater. – Die Frage nach dem Zusammenhang von “Geld und Macht” bei Shakespeares stellt sich mit besonderer Dringlichkeit in einer Zeit, da Schuldenkrisen, der Einfluss der Finanzmärkte und die Kluft zwischen Arm und Reich die Weltpolitik beherrschen.

Die Redaktion des Shakespeare Jahrbuchs erbittet Beiträge unter anderem zu folgenden Aspekten des Themas:

·        Geld und Macht in Shakespeares Dramen

·        Repräsentationen von Armut und Reichtum

·        Geld- und Warenverkehr auf der frühneuzeitlichen Bühne

·        Shakespeare und die Debatte um Wucher und Zinsverbot

·        Geld und Liebe – monetäre und affektive Ökonomien

·        Shakespeares Verhandlungen frühneuzeitlicher ökonomischer Diskurse

·        Das Shakespeare-Theater als big business

·        Shakespeare in der politischen Ökonomie

·        Shakespeare und die Schuldenkrise

·        …

 

Die Aufsätze für das Jahrbuch sollten einen Umfang von ca. 6.000 Wörtern haben und nach den Richtlinien unseres Stilblattes formatiert sein.

Bitte schicken Sie Ihr Manuskript in elektronischer Form bis zum 31. März 2013 an die Herausgeberin des Shakespeare Jahrbuchs, Prof. Dr. Sabine Schülting (Email: sabine.schuelting(at)fu-berlin.de).