Call for Papers 2010

Das Shakespeare Jahrbuch 2010 ist dem Rahmenthema „Shakespeare – Aufbruch in die Moderne“ gewidmet. Die vielfältigen dynamischen Debatten um Theater, Kunst und Literatur nach dem 1. Weltkrieg prägten auch die Shakespeare-Rezeption. Shakespeare wird als moderner Dramatiker entdeckt, der eine grundsätzliche Auseinandersetzung mit viktorianischer Bardolatrie im besonderen und dramatischen, literarischen und literaturwissenschaftlichen Konventionen im allgemeinen eröffnet. Wie Richard Halpern in Shakespeare among the Moderns (1997) betont, sollte die modernistische Auseinandersetzung mit Shakespeare richtungweisend sein für die weitere Entwicklung der Shakespeare-Forschung bis in unsere Gegenwart. Auch im Deutschland der 1920er Jahre gestaltet sich der „Kampf um Shakespeare“ (Hans Rothe) als Teil einer allgemeineren kulturellen und politischen Neuorientierung nach dem Krieg, in der der Umgang mit den Klassikern, die Neudefinition dramatischer Praxis und die Rolle des Theaters in der Moderne auf der Tagesordnung standen. Radikale expressionistische Positionen konkurrierten mit konservativen Formen der ‚Klassikerpflege’, politische Aneignungen mit ästhetischer Stilisierungen, Bühnenversionen mit frühen Filmadaptionen.

Die Redaktion des Shakespeare Jahrbuch erbittet Beiträge unter anderem zu folgenden Aspekten des Themas:

  • Die Shakespeare-Forschung des frühen 20. Jahrhundert (T. S. Eliot, G. Wilson Knight, L. C. Knight, Northrop Frye etc.)
  • Der expressionistische Shakespeare
  • Shakespeare auf deutschen Bühnen der 1920er Jahre
  • Die Shakespeare-Bearbeitungen von Leopold Jessner, Bertolt Brecht, Erwin Piscator etc.
  • Walter Benjamin, Shakespeare und das barocke Trauerspiel
  • T. S. Eliots Shakespeare / James Joyces Shakespeare
  • Shakespeare und die Debatten um die Massenkultur
  • Shakespeare und der Anti-Semitismus
  • Von Adaption bis Zitat: modernistische Shakespeare-Bearbeitungen
  • Shakespeare im Stummfilm

Die Aufsätze für das Jahrbuch sollten einen Umfang von ca. 5.000 Wörtern haben und nach den Richtlinien unseres Stilblattes formatiert sein.

Bitte schicken Sie Ihr Manuskript bis zum 31. März 2009 an die Herausgeberin des Shakespeare Jahrbuches.