Erweiterte Sitemap

  • Aktuelles
  • Gesellschaft
  • Shakespeare-Stiftung
  • Martin-Lehnert-Preis
  • Tagungen
  • Publikationen
    • Shakespeare Seminar Online : Ein Online-Journal der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft
      • Über das SSO
      • Hinweise für Beiträge
      • Ausgabe 13 (2015)
      • Ausgabe 12 (2014)
      • Ausgabe 11 (2013)
      • Ausgabe 10 (2012)
      • Ausgabe 9 (2011)
      • Ausgabe 8 (2010)
      • Ausgabe 7 (2009)
      • Ausgabe 6 (2008)
        • Rupp/Wald (Vorwort)
        • Frobenius : In der Bankettszene in Titus Andronicus stellt Titus seine Rache an Tamora rechtfertigend auf die Basis eines literarischen Präzedenzfalls: die Erzählung von Philomel und Progne aus Ovids Metamorphosen. Wie ein Vergleich mit frühneuzeitlichen Rechtsauffassungen zeigt, spiegelt diese Begründungslogik die Rechtspraxis des englischen Common law wider; die Grausamkeit von Titus' Rache steht jedoch im Widerspruch zur Position des Naturrechts. Im Vergleich mit Shakespeares literarischer Quelle, der Erzählung aus den Metamorphosen, sowie mit Senecas Tragödie Thyestes, wird weiterhin deutlich, dass das Motiv der persönlichen Rache in Titus Andronicus gegenüber einem politischen Kalkül in den Hintergrund tritt. So wird durch das Aufrufen des literarischen Präzedenzfalles die Rechtmäßigkeit von Titus’ Rache inszeniert, wodurch sie für Lucius politisch nutzbar wird. Die Position des Naturrechts, die die Unmenschlichkeit dieser Rache anklagt, wird dabei durch Tamoras rasche Ermordung zum Schweigen gebracht.
        • Walkenhorst : Eucharistische Strukturen dienen in Titus Andronicus als Referenzmuster für die performative Erforschung der spirituellen Auflösung einer Gesellschaft. Insbesondere die (Re-)Präsentation von Speiseritualen erhellt hier, inwiefern das tragische Schicksal der Titelfigur einer radikalen Materialitätsverhaftung geschuldet ist. Die antikatholische Propaganda der Tudorzeit identifiziert die Verweigerung einer klaren Trennung zwischen körperlicher und geistlicher Speise als Wurzel von Häresie und Kannibalismus. Werden die Bankett-Szenen des Stücks im spezifischen liturgischen Kontext der englischen Reformation, im Hinblick auf deren Substanz- und Ähnlichkeitsbegriff betrachtet, so betten sie die Inszenierung spektakulärer Gewaltausbrüche in Titus Andronicus sinnstiftend und gezielt kulturkritisch ein.
        • Ruge : In Shakespeares Maß für Maß begegnet der Herzog von Wien, Vincentio, der incognito in der Stadt unterwegs ist, dem Wüstling Lucio, welcher im Gespräch den Herzog als Mann mit Vergangenheit diffamiert. Bei Lucios Einlassung, der Herzog habe früher selbst gerne “Fleisch am Freitag” zu sich genommen, handelt es sich nicht nur um die Unterstellung, der als sittenstreng geltende Vincentio sei sexuellen Abenteuern nicht abgeneigt gewesen. Der Ausdruck “mutton on Fridays”, so die These des Beitrags, verweist vielmehr auf die Sprache der antipuritanischen Satire der Zeit, wie sie auch auf den Londoner Bühnen zu hören war. Sieht man Lucio als Repräsentanten des Theaters vor dem Hintergrund einer möglichen Instrumentalisierung des Theaters durch König Jakob I., dann lässt sich die üble Nachrede als codierte Botschaft an den Herrscher lesen.
        • Karremann : Entgegen der von Umberto Eco postulierten Unmöglichkeit einer Kunst des Vergessens (“An Ars Oblivionalis? Forget It!”, 1988) zeigt dieser Aufsatz, dass das Vergessen mitnichten eine bloß naturhaft-zerstörerische Kraft und das Vergessene selbst nicht nur als negative Abwesenheit und Gegensatz zu einem bewahrenden Erinnern denkbar ist. Während eine solche dichotome Logik die polemische Debatte über das frühneuzeitliche Theater durchaus prägt, stellt sich das Vergessen auf der Bühne selbst als konstruktive, bewusst einsetzbare und mehrdeutige Kraft dar. Am Beispiel von Shakespeares Henry IV und hier besonders an der Figur des Falstaff wird gezeigt, wie das Vergessen als widerständige Position gegenüber Staat und Autorität ebenso wie als Kalkül einer machtgestützten Erinnerungspolitik operiert, dass es als eine kreative Strategie des self-fashioning ebenso wie als strafende Auslöschung einer gesellschaftlichen Existenz zum Einsatz kommen kann.
        • Young Dittmann : Der Artikel erforscht die Darstellung von Nahrungsmitteln und deren Auswirkungen auf den menschlichen Körper in Macbeth vor dem Hintergrund medizinischer Diskurse und Hexenschriften der frühen Neuzeit. Abhandlungen dieser Periode zeigen eine eigentümliche, intensive Beschäftigung mit den materiellen Einflüssen von Nahrungsaufnahme auf den menschlichen Körper. Im Rahmen der medizinischen Theorie dieser Zeit war die Aufnahme von Nahrungsmitteln ein Zeichen für Durchlässigkeit von Grenzen, da eine externe Substanz in ein geschlossenen Ganzes eingegliedert wird. Medizinische Abhandlungen dieser Zeit versuchten demzufolge auch, die Begrenzungen des Körpers und der Subjektivität aufrechtzuerhalten, indem der potentiell schädliche Einfluss von Nahrungsaufnahme streng reguliert wurde. Aus den gleichen Beweggründen strebten Hexenschriften dieser Zeit danach, dem Schrecken von Grenzüberschreitungen zu begegnen, indem sie Hexen als den Grund für Verseuchungen ausmachten, die folgerichtig vertrieben werden mussten. Der Artikel vertritt die These, dass Macbeth eine ambivalente Haltung zum Prozess der regulierenden Konstruktion auf den Körper einnimmt. Macbeth erkennt das Verlangen nach Grenzen und auch die Ängste, diese aufzuheben. Gleichzeitig stellt Macbeth die regulative Konstruktion auf den Körper, wie er in den medizinischen Diskursen und Abhandlungen über Hexerei ausgearbeitet wird, in Frage und betont die vergebliche Bemühung, die körperliche Integrität durch Regulierung und Vertreibung aufrechtzuerhalten.
        • Sunny Tien : Der Fluch der Goldenen Blume, unter der Regie von Zhang Yimou gedreht und 2006 zum ersten Mal gezeigt, ist ein chinesischer Monumentalfilm, der von Shakespeares Dramen inspiriert ist. In diesem Beitrag vertrete ich die Auffassung, dass der Film die Bankettszene in Macbeth bei einem Fest des Chong Yang Festivals (Chrysanthemen Festival) im alten China reformuliert. Bankette und Festessen symbolisieren in diesem Film Ordnung und Hierarchie im Himmel und auf der Erde. Wenn Inzest, Lust, Verrat und Mord in der königlichen Familie das Naturrecht verletzt haben, dann müssen in dem Fest Treue, Frömmigkeit der Kinder, Ritual und Rechtschaffenheit die ganze Ordnung wieder herstellen. Der Beitrag analysiert, wie die Bankettszene im Film und in Shakespeares Macbeth dargestellt wird.
        • Call for Statements : Call zum Wissenschaftliches Seminar der Shakespeare-Tage Weimar 2009
      • Ausgabe 5 (2007)
        • Döring/Rupp (Vorwort)
        • Roder : Dieser Beitrag fragt in einem ersten Schritt nach der Opposition von Worten und Stille bzw. von Sprechen und Schweigen in King Lear, die den Text – zumindest auf der Oberfläche – entscheidend strukturiert. Die Lektüre arbeitet, ausgehend von diesem Oberflächenphänomen, in einem zweiten Schritt den Zusammenhang zwischen Parametern der Sinnstiftung und der Entwicklung nicht nur der genannten Opposition, sondern auch der sich daraus entwickelnden Opposition von Rede und Geräusch heraus. Schließlich, so stellt der Beitrag heraus, ist es die Betrachtung der frühmodernen Theatersituation und deren anderer Konfiguration der genannten Oppositionen, die einen andere Sinnstiftungsdimension eröffnet, als die Textoberfläche suggerierte.
        • Trüstedt : Der titelgebende Sturm lässt Shakespeares The Tempest mit einer bedrohlichen Geräuschkulisse einsetzen, in der auch Stürme früherer Tragödien widerhallen. Diese Sorte von ‚zersetzendem Sound‘ macht die eine Seite von Prosperos machtpolitischer Geräuschregulierung aus; die andere besteht aus besänftigenden bzw. ablenkenden Harmonien. Sowohl in dem, was Caliban hört, als auch in Ariels Abschiedslied klingt aber jenseits von solcher Indienstnahme ein Potential von Klängen und Formen an, das Walter Benjamin unter dem Begriff der „Entstaltung“ gefasst hat und das konstitutiv ist für seine Auffassung von „Phantasie“, die in Shakespeares Romanzen eine entscheidende Rolle spielt.
        • Luig : Identität – das suggeriert meine Leseweise von Venus and Adonis – wird jenseits des symbolischen Codes der Sprache gebildet. In Shakespeares erotischem Versgedicht liefern Klänge und Stimmen die Folie für die Konstruktion eines Selbst. Die im Gedicht beschriebene akustische Verwandlung der Liebesgöttin Venus nenne ich in Anlehnung an Lacans Konzept des Spiegelstadiums ‚Echostadium‘.
        • Sprang : In der Tudor- und Stuartzeit lässt sich in Folge der inquisitorischen Praktiken der Star Chamber eine Umbewertung des Schweigens ausmachen. Ausgehend von einem eindeutigen Schuldbekenntnis wurde das Schweigen zunehmend als ein Zeichen der Aufrichtigkeit und Unbescholtenheit begriffen. Insbesondere der oath ex officio, der die Angeklagten in der Regel unter Folter dazu zwang, sich selbst zu belasten, führte zur Erkenntnis, dass dem Angeklagten das Recht der Aussageverweigerung zugestanden werden muss. Während dieses Recht erst um 1641 in die englische Rechtssprechung eingegangen ist, kann dieser Prozess bereits in den späten Dramen Shakespeares, insbesondere in Coriolanus, Pericles und The Winter’s Tale aufgezeigt werden. Shakespeares kreative Umsetzung der Thematik erlaubt es somit, diese Entwicklung in der Jurisprudenz auf ihre gesellschaftliche und kulturelle Bedingtheit zu befragen.
        • Wiegandt : Anders als im ersten Teil von Henry IV tritt Hal im zweiten nicht als aktiver Held, sondern als Objekt von Gerüchten in Erscheinung. Bereits im Prolog des Rumor fasst Shakespeare das Gerücht als „Pfeife“, die durch unmittelbares Ansprechen von Wünschen oder Ängsten einer Prüfung der Wortbedeutung zuvorkommt und das Ausgesagte als nicht- bzw. vorsprachlich, nämlich akustisch erscheinen lässt. Das Gerücht kann angenehm oder unangenehm klingen. Entsprechend entfaltet das Stück eine bis zuletzt unaufgelöste Dialektik von üblem Gerücht und Ruhm, die Hal in den je zugehörigen soundscapes präsentiert.
        • Hinz : Dieser Aufsatz untersucht den essayistischen Film Makibefo, der die Aneignung des Macbeth-Stoffs durch einen englischen Filmemacher und einer Gruppe von madagassischen Fischern dokumentiert. Obgleich der Film einen deutlichen Fokus auf die Integration dieses Mythos in die mündlich tradierte Geschichte der madagassischen Kultur setzt, gerät er zugleich in die Gefahr, dass durch seine eigenen Bilder eben jenes Projekt einer Aneignung unterlaufen wird.
        • Call for Statements : Call zum Wissenschaftliches Seminar der Shakespeare-Tage Wien 2008
      • Ausgabe 4 (2006) : Die Darstellung von Gewalt im Shakespeareschen Dramentext und auf der zeitgenössischen und modernen Bühne
        • Rupp/Döring (Vorwort)
        • Fetzer : Obwohl Gewalt bei Shakespeare eher mit den Tragödien oder Historien in Verbindung gebracht wird, stellt sie zugleich einen unabdingbaren Bestandteil der Komödien dar. Am Beispiel von Twelfth Night wird deutlich, daß Gewalt in der Komödie nicht nur als dunkler Hintergrund, sondern auch als Dunkelkammer fungiert, in der die Bilder des Lachens für das Publikum primär entwickelt werden. Die Gewalt, der Malvolio zum Opfer fällt, indem er in einen „dark room“ verbannt wird, erweist sich daher als symptomatisch für den Mechanismus der Komödie im allgemeinen.
        • Boecker : Cymbeline stellt verschiedene Formen der Gewalt offen zur Schau. Mit den Mitteln der Metatheatralität wird den entsprechenden Szenen jedoch gezielt ihre emotionale Spitze genommen. Dem Zuschauer wird dadurch primär eine nicht-emphatische, distanzierte Rezeptionshaltung nahegelegt. Diese aber macht ihn zum Verbündeten der Gewalttäter im Stück, die ohne ein Publikum, dem sie ihr Opfer ‚vorführen’ können, nicht auskommen mögen. In Cymbeline erweisen sich Gewalt und Theatralität so als eng miteinander verknüpft. Während das Theater als Institution die der Zurschaustellung inhärente Gewalt zum Prinzip erhoben hat, bedient sich die Gewalt der Prinzipien des Theaters, um ihre volle Wirksamkeit entfalten zu können.
        • Wald : Jürgen Goschs Inszenierung von Macbeth eignet sich in besonderer Weise zur Diskussion der Frage, ob und wie Darstellungen von Gewalt auf der Theaterbühne ‚echt’ wirken können. Die Inszenierung, die ihre theatralen Mittel bewusst ausstellt, hat eine derart starke Wirkung auf das Publikum und einige Theaterkritiker, dass diese in Leserbriefen und Rezensionen das Ausmaß der dargestellten Gewalt scharf kritisieren. An diesem scheinbaren Gegensatz zeigt sich das theatrale Paradox, dass theatrale Gewalt dann besonders ‚echt’ wirkt, wenn sie jenseits der Mittel des Realismus stilisiert dargestellt wird—im Fall von Goschs Macbeth wirken die Bilder von blutüberströmten nackten Körpern affizierend, obwohl das Publikum zuvor gesehen hat, wie die Schauspieler literweise Theaterblut aus etikettierten Plastikflaschen auf ihren Körpern verteilten.
        • Kaiser : Der Artikel vertritt die These, dass in Titus Andronicus die Erschütterung und Rekonsolidierung einer kulturellen Ordnung der semiotischen und sozio-politischen Eindeutigkeit und Stabilität dargestellt wird. Diese erweist sich als eine sexistische und rassistische Ordnung, die sich durch den Zusammenschluss von männlicher Sprache und männlichem Körper unter gleichzeitigem Ausschluss von weiblicher Sprache und weiblichem Körper setzt. Diese strukturelle Gewalt verschleiert sich durch das Spektakel der körperlichen Gewalt, in dessen Zuge ein Körper präsentiert wird, der in einer Welt der sprachlichen Verunsicherung als Garant für Realität und Wahrheit fungiert. Durch die körperlich-sinnliche Präsenz der verstümmelten Lavinia jedoch bleibt ein Rest des ausgeschlossenen Anderen zurück, der ‚Sinn’ macht jenseits der (Intel)legibilität gemäß des kulturellen Skripts; ein Rest, der nach (Re)Signifikation drängt.
        • Call for Statements
      • Ausgabe 3 (2005) : Erzählerische Elemente und Formen des Erzählens im Shakespeare-Drama
        • Rupp/Döring (Vorwort)
        • Baumbach : Der bei Shakespeare vielfach verwendete Vergleich von Gesicht und Buch lenkt den Blick auf die narrative Physiognomie oder vielmehr: die physiognomische narratio. Die kommunikative Fläche des Gesichts, auf der Ein- und Ausdruck zusammentreffen, dient in Shakespeares Dramen dazu, bestimmte Geschichten, sowohl biographische als auch literarische, aufzurufen. Die Miene, die an sich nicht selbst ‚spricht‘, sondern stets nach einem Erzähler oder Übersetzer verlangt, zeigt hierbei ein narratives Potential, das über die Vermittlung einer bestimmten individuellen, charakterologischen Textur hinausgeht. Sowohl explizit – wie bei Lavinia, deren Pein ihr ins Gesicht geschrieben steht und schließlich mit Hilfe von Ovids Metamorphosen entziffert werden kann – als auch implizit kann über das Gesicht ein bestimmter Subtext aufgerufen werden, der sodann als Leseanweisung der folgenden Dramenhandlung unterliegt. Letzteres ist in Romeo and Juliet der Fall, wenn Paris’ “book of love” auf Ovids Ars Amatoria verweist.
        • Frenk : As one of the most popular Shakespearean characters, Falstaff is as much narrated as he is shown in action. Indeed, the dialectics of these two representational modes is a particularly delicate one in Falstaff’s case, for the fat knight acts and speaks in opposition to the royal prerogatives of the histories. Not only is Falstaff’s massive physicality constantly being revised, but his rhetorical powers as the narrator of his self are tested to the limits since he has to resist and subvert the stories which are told about him and which seek to frame him according to various ideological agendas. It is particularly Hal who seeks to relate Falstaff according to the exigencies of his own power-interests. However, although he is being told as food for cannibalistic fantasies, a fat deer that will be disembowelled after the Battle of Shrewsbury, Falstaff refuses to succumb to the stories told about him and resurrects as an immortal spirit of carnival. Finally, Hal has to publicly silence him to gain narrative control and to ban him from the audience’s sight – in Henry V, the invisible Falstaff is the subject of one last story about his death, which is significantly told by a woman. A final look at The Merry Wives of Windsor shows that, as a creature of the histories, Falstaff is silenced and narratively subdued by the chaste wives, and finally by the entire bourgeois community of Windsor, which defends its economic and sexual regime against the aristocratic intruder. Falstaff’s visible on-stage presence in the final scene, however, substantiates the inclusive spirit of the comedy’s narrative.
        • Fuchs : Early modern revenge tragedy presents a hegemonial struggle between a disseminative and a constructivist approach to representation, both of which emerged in the wake of the decline of Medieval feudalism. Whereas the aristocratic sign system generates dynamic meanings, its proto-bourgeois counterpart affirms the representational stability of the sign. In contrast to the aristocratic code, which refers to appearance rather than to reality and bears affinities to dramatic showing (mimesis), the bourgeois one is structurally related to the art of narrative telling (diegesis): it is deeply rooted in the religious metaphor of the world as a book that reveals its ultimate meaning to the hermeneutic reader. As can be seen from the plotting of revenge in other tragedies, such a constellation inevitably leads to a double bind of dramatic subversion and narrative affirmation of meaning. This paper attempts to show that Shakespeare’s Hamlet overcomes this final aporia by transgressing the borderline of dramatic and narrative art.
        • Haekel : A closer look at narrative elements in Shakespeare’s Titus Andronicus reveals that the play is extremely conscious of its own literary sources, especially in its references to Ovid’s Metamorphoses. The play does not only openly refer to its narrative pretexts but also itself employs narrative strategies. Aaron, since his part is that of the narrator, is able to arrange the plot and therefore to exercise power. His hidden authority only ceases after he is put to silence.During the early decades of the 17th century, a German adaptation of Titus Andronicus was performed by the so-called English Comedians. Narrative elements are also part of the German version, but here they are altogether of a different quality. Although Morian, the German Aaron, is in some sense still a narrator, he does not in the least control the plot. His long speeches only serve to describe his violent acts and his sexual relationship to the queen. In Germany, Shakespeare’s play was reduced to accusing the capital sins of lust and pride, and therefore could be employed as political and ethical propaganda. This example might give evidence of the fact that a literary reception of Shakespeare’s plays in Germany was not possible until the 18th century.
        • Kaul : What’s narrative about statement and response? Drama seems to be completely non-narrative when it is built around an abstract discussion like Angelo’s and Isabella’s in Measure for Measure. The weighing of retribution with mercy is more similar to a philosophical discourse than to a story. I argue that statement and response here are caught in the story’s web. The arguments are to be called narrative arguments not because they tell a story themselves but because they live in the story, can not be understood beyond the story’s context, and contribute to the personal stories the characters got into.
      • Ausgabe 2 (2004) : William Shakespeare und der Dichterkult in der deutschen Romantik
        • Rupp/Döring (Vorwort) : Vorwort
        • Grundmann : Love poetry invites the biographic curiosity of its readership more than any other genre. Despite the deployment of traditional forms and topoi, the poems by Petrarch, Wyatt, Shakespeare or Goethe have always been read as private utterances, and much energy has been expended on the identification of the beloved one praised in these poems. This suggestion of authenticity and realism becomes, however, an obstacle to the reception of love poetry when the private confession endangers the public image of the author. Because of the ethical concerns of middle class readers and scholars, the homoerotic and misogynist tenor of Shakespeare’s sonnets had to wait to be seriously explored until the end of the 20th century. Their history can therefore be read as a history of the sexual inhibitions and predilections of the times, oscillating between voyeuristic pleasure in the forbidden and attempts at negating, deleting or denying ‘improper’ aspects. In this paper I argue that the sonnets themselves at least partly provoke and determine their own reception by consciously inviting, teasing and blocking the curiosity of the reader.
        • Horstmann : Shakespeare – a German classic? The singular historical example in the German-speaking world of the relation between literary philological institutionalising and public monumentalising on the one hand and establishing of national identity on the other hand gains – in case of the classification of Shakespeare as an icon in the literary world and a national unifying figure – a certain impetus, which originates from the supposedly intimate and private embosoming of this English poet, i. e. from the sonnets. This impetus, which may at first seem surprising, becomes significant when the history of literary translation is taken into account. On the basis of German Shakespeare translations – particularly by means of the translations of Shakespeare’s sonnets – this essay aims to trace the emergence of the English poet as a German classic and object of worship and to place it in the context of literary history.
        • Ehland : Shakespeare's Birthplace in Stratford-upon-Avon represents not only a touristic bestseller but also one of the earliest examples for a materialisation of literary memory. Since David Garrick’s “Shakespeare Jubilee” (1769) drew the public attention to the soil on which Shakespeare’s genius was allegedly reared, the requirements and strategies of poet-worship have continuously undergone a cultural transformation and institutional re-adaptation. Especially the acquisition of the Birthplace as ‘national property’ in 1847 marks a turning-point for the mnemonic processes of the collective memory. Based upon a differentiation between the individual experience and economic production of the cultural event ‘writer’s house’, the essay explores the cultural signification of Stratford’s literary topography in the context of literary canonization and touristic practice.
        • Ruge : Both Shakespeare and Goethe were married to uneducated women who played no significant role in their professional lives as poets and whom they apparently did not always treat kindly. Biographers of these great men have been faced with the problem of how to give an account of the marriage that was ‘truthful’ and psychologically plausible, and nonetheless in accordance with ‘bourgois’ morals. There were two options: to describe the marriage somehow as ‘happy’, or to excuse the husband’s conduct with reference to the wife’s ‘ordinary’ nature. Whereas in the case of the Shakespeares a denigrating portrait of Anne as “whore” and “puritan” has prevailed, although she was a dark source of inspiration for the poet nevertheless, Goethe’s faithfulness to his female companion has been instrumentalised as further proof for his magnanimity and humanity, a view which could be supported by sufficient documentary evidence. It was left to a woman biographer to attempt a reconstruction of Christiane Vulpius’s life in her own right; and a fictional film creates a vivid representation of her relationship with Goethe, while the marriage of Anne Hathaway and William Shakespeare continues to remain intriguingly obscure.
        • Hotz-Davies : Die Shakespearekritik bewegt sich seit ihren Anfängen auf überraschend engem Terrain. Während die Anzahl der Herangehensweisen an Shakespeare potentiell unendlich ist, ist ihnen jedoch fast allen etwas gemeinsam: die Tatsache, daß in der jeweiligen kritischen Auseinandersetzung eine affirmative Exegese produziert wird, die im ‚Heiligen Text‘ Shakespeares jeweils die beste Verkörperung des angestrebten Resultats sieht. Wir haben es also zu tun mit einer scheinbar infiniten Ansammlung von verschiedenartig mit Begehren besetzten Lektüreanliegen und affirmativen Lesarten, ein Phänomen, das sich auch in der Shakespeare-Rezeption deutlich zeigt: im Kampf darum, wem Shakespeare ‚gehört‘, welche Anliegen und politischen Positionen er zu bestätigen scheint, wie er auf wundersame Weise immer unserer Meinung zu sein scheint, unabhängig davon, welche dieser Meinungen gerade gebraucht werden. Und im Umkehrschluß: in einer kulturellen Auseinandersetzung gewinnt derjenige, der das, was er wertschätzt, bei Shakespeare findet (und der dafür sorgt, daß es sich dort wird finden lassen). Der Beitrag zeigt die verschiedenen Positionen auf, die der Shakespearekritik, die ja eigentlich eine ‚Shakespearetheologie‘ ist, derzeit zur Verfügung stehen und belegt diese Positionen anhand eines repräsentativen Korpus von zentralen Beiträgen zur Shakespeareforschung. Im wesentlichen spielt sich demnach die Diskussion zwischen drei ungleich gewichteten Optionen ab: affirmative Exegese, Häresie, Vergleichende Religionswissenschaft. Ob es jenseits dieser Lektürehaltungen etwas anderes geben könnte, bleibt im Bereich der Phantasie. Mit Hilfe von Al Pacinos Film Looking for Richard (1996) wird jedoch ein Versuch unternommen, zumindest einen möglichen Weg aus dem ‚Tal der drei Möglichkeiten‘ hinaus anzudenken.
      • Ausgabe 1 (2003) : Die Darstellung von Gefühlen und Leidenschaften bei William Shakespeare
        • Rupp / Döring (Vorwort)
        • Jancsó : Die These des Papers ist, daß Othello, Shakespeares paradigmatisch aristotelianische Tragödie, sich um platonische Ideen und Idealen dreht. In Platons Hierarchie der Ideen gibt es ein nicht zu überbrückendes „ontological gap“ zwischen den Abbildungen einer Idee und der Idee selbst. Analog kann man ein "epistemological gap" postulieren, das zwischen Wissen und der platonischen Idee eines absoluten Wissens zu situieren ist. Am Anfang glaubt Othello fest an die Absolutheit seiner Liebe (zu Desdemona) und sein Wissen (über Desdemona): eine Steigerung ist für ihn unvorstellbar. Desdemona führt ihn jedoch in eine Welt der Relativität, da sie eine Steigerung der Liebe für möglich, sogar für wünschenswert hält. Sie erschüttert Othellos Glauben an die Absolutheit seiner Liebe, oder anders ausgedrückt, sie macht Othello die Existenz eines „epistemological gap“ bewußt. Dadurch ebnet sie (unbewußt) den Boden für Iago, der Othellos Glauben an die Absolutheit seines Wissens erschüttern will. Um sein Vorhaben zu verwirklichen, schafft Iago einen experimentellen Raum: er transformiert das „epistemological gap“ in einen "Theaterraum". Dort inszeniert er Desdemonas Ehebruch und stellt dadurch den Glauben Othellos auf die Probe.
        • Mieszkowski : Das fiktive Universum in Shakespeares Othello und Oliver Parkers Verfilmung von 1995 wird vor dem Hintergrund der Theorie des homosozialen Kontinuums von Eve Kosofsky Sedgwick als ‚world between men‘ beschrieben. Die Analyse verschiedener Formen des male bonding und der Triangulierung über die Position der Frau bilden die Basis der These, daß Iagos passioniertes Begehren sich auf genau jene Position richtet, die ihm von der patriarchalischen Ideologie verweigert werden muß, damit die für sie entscheidende kategoriale Differenz zwischen ‚homosozial‘ und ‚homosexuell‘ aufrecht erhalten werden kann. Obwohl es Iago gelingt, sowohl Cassio als auch Desdemona zeitweise erfolgreich zu verdrängen, erlaubt es die ideologische Unterfütterung des Textes nicht, daß er sich auf der Position Desdemonas dauerhaft etabliert.
        • Johnston : Shakespeare’s Othello ist eine Analyse nostalgischer Identitätskonstruktion. Othello, der Söldner im Dienst einer merkantilen Republik, inszeniert sein Selbstbild auf der Basis eines mittelalterlich inspirierten, feudalen Diskurses. Anachronistisch entwirft er sich als persönlicher Vasall des venezianischen Staates, dessen institutionelle Abstraktheit das Stück durch die Wiederholung des Begriffs state unterstreicht. Othello’s Leidenschaft, wie auch sein mörderisches Scheitern sind in diesem Diskurs angelegt: Seine Rolle des edlen Ritters in einer modernen Welt erfordert geradezu den Konflikt, der zu seinem Untergang führt. Iago durchschaut die Konstruiertheit von Othellos Selbstbild und übernimmt die Verräterrolle, deren Othello um der Bestätigung seiner Identität willen bedarf. Doch der Verrat Iagos geht tiefer, denn er legt bloß, wie sehr es sich bei Othellos scheinbar wahrhaftiger Leidenschaft um das Produkt einer nostalgischen Selbstinszenierung handelt.
        • Stock : Iagos Zersetzung von Othellos persönlicher Integrität und seiner Wahrnehmungs- und Urteilsfähigkeit entspringt nicht dem ‚Genie des Bösen‘, von dem Iago geleitet scheint, sondern kann in zeitgenössische humanistische Theorien des Lehrens und Lernens eingeordnet werden. Iago setzt in Othello einen invertierten Prozeß der Sozialisation in Gang, dessen Ziele nicht die Selbstbeherrschung und die Förderung des Gemeinwohls sind, sondern die Überwältigung des ‚Schülers‘ durch seine kindlich-naturhaften Impulse und die niederen Vorurteile, die ihm sein ‚Lehrer‘ einpflanzt.
        • Maassen : Die frühneuzeitliche Subjektivität, mit ihrem hohen Bewußtsein für die individuellen Chancen, aber auch die politischen Risiken des self-fashioning, entfaltete sich im Spannungsfeld von Innerlichkeit und Performanz, von ‘Sein’ und ‘Schein’. Das Theater der Shakespearezeit stellt diesen Konflikt zwischen Authentizität und Simulation nicht nur in der Thematik seiner Stücke, sondern auch durch selbstreflexive Verweise auf den eigenen performativen Repräsentationsmodus aus. Mein Beitrag liest Othello und The Two Noble Kinsmen in diesem Kontext als Auseinandersetzungen mit dem latenten Täuschungsverdacht, der der Vorführung von Gefühl anhaftete. In der Betonung der Bedeutung des Augensinns und der Ungewißheit, ob der Augenschein Wahrheit oder Täuschung vorspiegelt, verhandeln die Stücke eine sich wandelnde Ordnung des Sehens, die auf das engste mit der Emergenz einer neuen Ordnung des Fühlens, mit ‘Liebe als Passion’ (Luhmann), assoziiert ist.In The Two Noble Kinsmen generiert die traditionelle neoplatonische Gleichsetzung von innerem Wesen und äußerer Erscheinung Gefühlsperformanzen, die heute ritualisiert und überaus artifiziell anmuten, die jedoch in der die öffentliche Tugendausstellung fordernden Kultur des Hofes verankert sind. Othello dagegen ist im kommerzialisierten Milieu Venedigs angesiedelt und verhandelt, indem es die Beweiskraft des Sehens - ocular proof - problematisiert, den neuzeitlichen Bruch zwischen innerer Tugend und äußeren Manieren, zwischen echtem und vorgespieltem Gefühl. Othellos Eifersucht ist als Reaktion auf die zunehmende Unmöglichkeit zu lesen, den Glauben an die Eindeutigkeit der die Gefühle signalisierenden Körperzeichen aufrechtzuhalten. Während Liebeswahnsinn und Eifersucht in The Two Noble Kinsmen in ritualisiertem Spiel und Duell aufgefangen und entschärft werden, brechen diese Leidenschaften in Othello alle zeremoniellen Ausdruckskonventionen und werden zum - tragisch besetzten - Modus, in dem das frühmoderne Subjekt sich individualisiert.
        • Himberg : Dies ist die schriftliche Ausfertigung eines unvorbereiteten Diskussionsbeitrages in Reaktion auf eine Reihe von Vorträgen im Wissenschaftlichen Seminar. Im Interesse der Wiedergabe des ‚performativen Charakters‘ des Seminars sind die Attribute der spontanen mündlichen Äußerung weitgehend beibehalten worden, so dass nur wenige Änderungen bzw. zusätzliche Einlassungen hinzukommen. Die abschließenden Fragen an die Vortragenden habe ich zugunsten einer Zusammenfassung meiner Thesen und die Anführung sowie Kommentierung der als Antwort vorgebrachten Punkte ersetzt, deren unbefriedigend erscheinender Charakter zu dieser schriftlichen Ausfertigung führte.
    • Feature : Das Feature widmet sich in unregelmäßigen Abständen speziellen Shakespearethemen bzw. stellt Aktivitäten um Shakespeare im deutschsprachigen Raum vor.
      • Feature 2007 : Informiert über eine aufwendige Ausgabe der Shakespeare-Sonette in der Übersetzung Jan Weinerts mit Graphiken von Peter Harnisch (inklusive Leseprobe und Beispielgraphiken).
      • Feature 2005 : Stellt die Laientheatergruppe "Shakespeare Players" der Berliner Friedrich-Ebert-Oberschule vor.
      • Feature 2004 : Der Sommernachtstraum als Open-Air-Spektakel zur Eröffnung der Jenaer Kulturarena 2004.
    • Studienausgabe : Die zweisprachige Studienausgabe ist das erste und einzige Projekt einer vollständigen wissenschaftlichen Ausgabe der Dramen Shakespeares für den Leser des deutschsprachigen Raums. Sie wird unter dem Patronat der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft herausgegeben.
    • Boydell-Katalog : Der Katalog zu einer Ausstellung der Kupferstiche der Boydell-Shakespeare-Galerie. Einige der wissenschaftlichen Artikel sowie eine Anzahl von Abbildungen sind frei zugänglich.
  • Shakespeare Jahrbuch : Das Shakespeare-Jahrbuch ist eine der führenden Publikationen der internationalen Shakespeare-Forschung. Es dokumentiert die Arbeit der Gesellschaft und bildet zugleich ein Diskussionsforum für grundsätzliche Fragen der Shakespeare-Forschung und der Shakespeare-Rezeption.
  • Theater : Kalender der Theateraufführungen von Shakespeare-Stücken und Shakespeare-Adaptionen
  • Schule
  • Links : Ein Subject Gateway zu William Shakespeare
  • FAQs & Info : Site-Suche, Sitemaps, Impressum
  • Gästebuch
  • Archiv
  • Verwaltung
  • test : Kalender der Theateraufführungen von Shakespeare-Stücken und Shakespeare-Adaptionen