Martin-Lehnert Preisträger 2008

Philip Hinz
Philip Hinz

Der Lehnert-Preis 2008 ging an Philipp Hinz für seine Magister-Arbeit mit dem Titel: "Shakespeare beyond the cinematic margins: An analysis of three contemporary film adaptations of Macbeth and Othello from India and Madagascar".

Zusammenfassung

Die Magisterarbeit „Shakespeare beyond the cinematic margins“ verhandelt drei zeitgenössische Verfilmungen der Shakespeare-Dramen „Macbeth“ und „Othello“ aus Indien und Madagaskar im Kontext der postkolonialen Auseinandersetzung mit solchen identitätsstiftenden Kategorien wie ‚Rasse‘, ‚Geschlecht‘, ‚Sexualität‘, ‚Gewalt‘ und ‚Macht‘. Dabei wird in der Untersuchung der Verortung dieser Stücke in ihren jeweiligen Kulturkreisen zugleich ein besonderer Schwerpunkt auf ihre Lokalisierung im filmischen Medium selbst gesetzt. In dem ersten Kapitel nähert sich die Arbeit dem essayistischen Film „Makibefo“ an, der die Aneignung des „Macbeth“-Stoffs durch den englischen Filmemacher und einer Gruppe von madagassischen Fischern dokumentiert. Obgleich der Film einen deutlichen Fokus auf die Integration dieses Mythos in die mündlich tradierte Geschichte der madagassischen Kultur setzt, gerät er zugleich in die Gefahr, dass durch seine ethnographisch geprägten Bilder eben jenes Projekt einer Aneignung unterlaufen wird. Während sich das erste Kapitel dem Verhältnis von Ton und Bild zuwendet, untersucht die Arbeit im zweiten Kapitel die visuelle Repräsentation und Konstruktion von Sexualität und Geschlecht in der „Othello“-Adaptation „Kaliyattam“ unter den Vorzeichen der speziellen Produktionsbedingungen und Konventionen des indischen Kinos. Abschließend wendet sich die Arbeit dem Film „Maqbool“ zu, der den Machtkonflikt in Shakespeares „Macbeth“ in die Unterwelt der ‚Megacity‘ Mumbai verlegt und in der selbstreferentiellen Gesten auf seinen Handlungsort das Filmzentrum Bollywood selbst in seinen Mittelpunkt rückt.