Articles from the Shakespeare-Jahrbuch 138 (2002)

Shakespeare im Internet

Informationsmöglichkeiten 2001/2002

Von Werner Habicht

Gut organisierten Zugang zu Internet-Informationen – nicht nur für Experten – ermöglichen die Shakespeare gewidmeten Seiten des Wissensfundus „About“ (http://shakespeare.about.com) mit hilfreich beschriebenen Links, untergliedert nach ‚plays’, ‚actors’ (hier gelangt man zu Einzelheiten über bedeutende Shakespeare-Darsteller aus Geschichte und Gegenwart), ‚criticism’ (mit Verweisen auf elektronisch publizierte Aufsätze), ‚festivals’, ‚films’, ‚journals’, ‚sources’, ‚teacher guides’ usw. Noch ausgefallenere Themen kennt „Shakespeare Online“ (www.shakespeare-online.com). Forschungsorientierter gibt sich „Electronic Shakespeare“ (www.wfu.edu/~tedforrl/shakespeare). Die schon im Vorjahr an dieser Stelle erwähnte Suchhilfe „Sher’s Shakespeare Index“ hat jetzt eine neue Adresse (www.websher.net). Beim originellen „I love Shakespeare“ (www.iloveshakespeare.com) kann man u. a. die Sonette einzeln aufrufen, samt jeweils Interpretationshilfen dazu. Bündige Auskünfte über kulturelle Hintergründe erteilt „Life in Elizabethan England“ (www.elizabethan.org). Dazu gibt es ein biographisches Lexikon der mit dem elisabethanischen Theater verbundenen Personen (www.clark.net/pub/tross/ws/bd/kathman.htm).

Transkriptionen (old spelling) der originalen Quarto- und Folio-Texte der Dramen vermittelt „Internet Shakespeare Editions“ (http://web.uvic.ca/shakespeare/index.html). „Enfolded Hamlet“ (www.leoyan.com/global-language.com/ENFOLDED/) ermöglicht die Zusammenschau der drei Originaltexte dieses Dramas. „Renascence Editions“, die Sammlung literarischer Texte der Shakespeare-Zeit (http://darkwing.uoregon.edu/~rbear/ren.htm) hat sich kontinuierlich vermehrt, unlängst u. a. um Nashes Roman Pierce Pennilesse und Maskenspiele von Ben Jonson. Facsimile-Originalausgaben aus dem gleichen Bereich bietet die Furness Library(http://dewey.lib.upenn.edu/sceti/furness). Historische Essays über Shakespeare stehen bei www.classicaltheatre.com sowie bei www.shakespearean.org.uk/.

Sachliche Informationen enthält das Angebot des Shakespeare Birth-place Trust (www.shakespeare.org.uk), jetzt erweitert durch eine kommentierte Zusammenstellung von Shakespeare-Portraits (‚about Shakespeare/What did Shakespeare look like’) sowie, unter ‚Study materials’, durch kompetente und aktuelle Einführungen in einzelne Dramen, vorerst zu Othello und The Tempest, doch mit dem Versprechen künftiger Vermehrung. Zu Archiv-Datenbanken der Theater führt nun PADS („Performing Arts Data Service": http://www.ahds.ac.uk/performingarts/; von dort läßt sich auch das Aufführungsarchiv der Royal Shakespeare Company (FESTE) erreichen. Als eine Fundgrube von Mitteilungen und Meinungen erweist sich das Netz-Archiv der in über zehnjähriger e-mail-Diskussion bei SHAKSPER angefallenen Beiträge [Anmerkung: Ressource ist zur Zeit nicht mehr verfügbar, 08.03.07], das sich chronologisch und systematisch durchkämmen läßt. Hingewiesen sei zudem auf den neuen Auftritt der Münchener Shakespeare-Bibliothek (www.shakespeare-library.uni-muenchen.de).

Bibliographische Hilfen bietet das Internet bekanntlich viele. Einige umfassende Zusammenstellungen dürften sich als besonders nützlich erweisen. Das gilt etwa für die „Early Modern English Drama Database“ (www.columbia.edu/~tdk3/earlymodern.html), eine tabellarische Liste der zwischen 1576 und 1642 nachweisbaren Stücke samt näheren Angaben; oder für eine teils kommentierte, teils mit Internetbuchhandlungen verknüpfte Zusammenstellung von an die 200 Shakespeare-Biographien (http://non.com/books/Shakespeare_William_b.html); und nicht zuletzt gilt es für ein Verzeichnis dramatischer Shakespeare-Adaptionen vom 17. bis zum 20. Jahrhundert (www.routledge.com/Shakespeare/adaptations.html).

Dank der von manchen Suchmaschinen (wie Google oder Altavista) neuerdings verfügbar gemachten Bildersuchfunktionen läßt sich nun auch Illustrationsmaterial rasch und üppig auffinden. Am ergiebigsten scheint „Google“ zu sein (www.google.com); im Register ‚images’ führt das Suchwort ‚Shakespeare’ zu ca. 12700 kleinen Vorschau-Bildern, die sich dann vergrößern oder im Zusammenhang der Internetseiten ihres Ursprungs betrachten lassen. Freilich erscheint dabei in bunter Reihenfolge recht Unterschiedliches (Bildnisse, Illustrationen, Szenenfotos, Bucheinbände, Plakate, Logos usw.), so daß sich eine nähere Eingrenzung der Suchkriterien empfiehlt. Aber das Internet bietet auch thematisch kohärentere Bildersammlungen. Diejenige zur bildkünstlerischen Shakespeare-Rezeption des 19. Jhs. (http://www.english.emory.edu/classes/Shakespeare_Illustrated/Shakespeare.html)hat sich längst trefflich bewährt. Die Bilderbank (image base) der Kunstmuseen von San Francisco (www.thinker.org/)zeigt, nach Eingabe von „Shakespeare“ als keyword am Fuß der Seite, etwa 180 einschlägige Illustrations-Stiche aus den dortigen Beständen. Historische und gegenwärtige Ansichten aus der Umgebung von Shakespeares Geburtsort findet man auf attraktiven Bilderseiten zu Stratford, Kenilworth, Warwick usw. (www.cv81pl.freeserve.co.uk). Und eine eigene Bilddokumentation gilt dem erst 2001 in Kanada neuentdeckten Sanders-Portrait, das ein authentisches Shakespeare-Bildnis sein könnte (www2.localaccess.com/marlowe/portrait.htm).