Shakespeare-Jahrbuch 138 (2002)

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Welttheater

Shakespeares universale Gültigkeit ist ein altehrwürdiger Allgemeinplatz. Die Bedeutungen allerdings, die er im Prozeß der Aneignung durch nichteuropäische Kulturen erlangt, sind eher dazu angetan, Vorstellungen von seiner Universalität außer Kraft zu setzen. Das Jahrbuch 2002 bringt Berichte und Reflexionen über das Phänomen des "global Shakespeare" (J. R. Brown, R. Weimann, T. Döring, K. Shamsie), zusammen mit Beiträgen über konventionellere Formen revisionistischer Lektüre wie zum Beispiel das Lesen aus der Perspektive der unteren Schichten (W. Leahy), die nationale Umdeutung (Ch. Clausen), die synästhetische Transformation in Musik (F. Hennenberg). Ein weiterer Aufsatz, von Ph. Rackin, projiziert die Globalität zurück auf Shakespeare und demonstriert dessen eigene Weltoffenheit.
Das aktuelle Interesse an Shakespeares Sonetten dokumentiert sich in diesem Jahrbuch nicht nur in F. Hennenbergs Beschreibung der neuen Gesamtvertonung der Sonette durch Victor Fenigstein, sondern auch in einem Bericht von W. G. Müller über die augenblickliche deutsche Übersetzungsbegeisterung und - vor allem - in Werkproben aus zwei eigenwilligen Übertragungen der Sonnets von R. Wüstenberg und l.bames.