[Kategorie: Über die Gesellschaft]
Donnerstag, 5. Mai 2011

Tobias Döring neuer Präsident der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft

Der 45jährige Münchner Anglistikprofessor Tobias Döring ist neuer Präsident der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft. Zum Abschluss ihrer Jahrestagung in Weimar wählte die Gesellschaft turnusgemäß ihren gesamten Vorstand neu. Er hat sich insgesamt deutlich verjüngt, denn auch der neue Vizepräsident Roland Weidle, Professor an der Ruhr Universität Bochum, ist erst 45 Jahre alt.

Damit setzt sich der Trend der letzten Jahre fort: als älteste literarische Gesellschaft Deutschlands ist sie zugleich eine der jüngsten, was ihre Mitglieder und Tagungsteilnehmer betrifft.

Wie ihrem  Namensgeber Shakespeare, dessen Theater seit 400 Jahren lebendig ist mit seiner großen Kraft und Fantasie, so ist es auch der Gesellschaft, die in der Amtszeit des neuen Vorstandes im Jahre 2014 ihren 150jährigen Geburtstag feiern wird, gelungen, sich immer wieder produktiv zu erneuern und Kontinuität und Aufbruch glücklich miteinander zu verbinden. Der neue Präsident will die Gesellschaft und ihre Arbeit noch stärker ins Bewusstsein rücken, auch durch Einmischung in die öffentliche Diskussion. “Denn im Dialog mit Shakespeares Werk können die Debatten, die wir heute führen, durchaus an Tiefenschärfe und Kontur gewinnen. Wer sich beispielsweise fragt, ob der Islam zu Deutschland  gehört, sollte sich genauer ansehen, wie Othello und Der Kaufmann von Venedig solche Fragen über die Zugehörigkeit zum Gemeinwesen verhandeln“, so Döring.

Nicht zufällig wird sich daher die erste große Konferenz des neuen Vorstandes im Frühjahr 2012 in Bochum dem Thema „Glauben und Zweifeln bei Shakespeare“ widmen und die Frage des Mit- und Gegeneinanders der Religionen in Shakespeares Stücke und zu seiner Zeit verhandeln.

Aber auch in der Gründungs- und Sitzstadt der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft will der neue Vorstand seine Präsenz noch verstärken. In Zusammenarbeit mit  der Anna Amalia Bibliothek, deren Direktor Michael Knoche qua Amt Mitglied des Vorstandes ist, wird es künftig eine Reihe von Vorträgen geben.



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